Galerie - PU Terretaz SA, Zernez

Ein Schweizer im Süden: Nachdem über Simplon-, Maloja- und Splügenpass schon seit Jahren immer mal wieder Regiewagen nach Italien gelangten, fährt seit 2005 PU Terretaz aus Zernez über den Ofenpass nach Mals, wo Anschluss an die Vinschgaubahn besteht. Die folgende Bilderserie zeigt einerseits den recht vielfältigen Fahrzeugpark der Firma Terretaz, vor allem aber Eindrücke der Fahrt durch den Nationalpark und die Unesco-Biosphäre Val Müstair, in den Augen des Fotografen eine der schönsten Postautostrecken der Schweiz. Diese Aufnahme zeigt einen der fünf Integros des Betriebes an der südlichen Endstation Mals am 12.9.2009.

Am anderen Endpunkt der Linie, am Bahnhof Zernez, wartet am 28.12.2009 der einzige Setra 313UL der Firma, 2008 von PU Heim, Flums übernommen, auf die Abfahrt in den Süden. Der Wagen ist etwas kleiner als die Integros, weshalb er vor allem im Winter oder als Beiwagen auf der Stecke zu sehen ist.

Schon wenige Minuten nach Zernez, zwischen Ova Spin und Champlönch, wird die Grenze zum bisher einzigen Schweizerischen Nationalpark überquert. Um die diversen Wanderungen zu erschliessen, wurden im Gebiet diverse Haltestellen weitab von Siedlungen eingerichtet, unter anderem hier am Ausgangspunkt der Wanderung zur gleichnamigen Hochebene. Der abgebildete O404 fährt vor allem auf dem (reservationspflichtigen) Schnellkurs Zernez - Mals, falls auf diesem keine Fahrgäste reserviert haben, kommt er aber auch auf normalen Kursen zum Einsatz, wie hier am 27.7.2007.

Die Hauptlast des Verkehrs tragen dagegen eindeutig die fünf Integros. Während der älteste von ihnen bereits 2002 vom Vorgänger-PU Frigg beschafft wurde, wurden zwei weitere 2005 zur Eröffnung der Vinschgerbahn und gleichzeitigen Verlängerung der Linienkurse nach Mals beschafft, denen 2006 die letzten beiden Wagen folgten, bevor das Fahrzeug aus dem PostAuto-Katalog gestrichen wurde. Die Aufnahme entstand am 27.7.2007 unweit der Haltestelle Vallung Chafuol, Ausgangspunkt der Wanderung ins Cluozza-Tal.

Nachdem die Strasse ab dem hoch über dem Tal gelegenen Restaurant Ova Spin dem Hang entlang wieder leicht abwärts führt, erreicht sie bei Punt La Drossa den Talgrund mit der Ova dal Fuorn (Deutsch: "Ofenbach"). Praktisch auf der Brücke liegt die Abzweigung zur Strasse nach Livigno durch den einspurigen, von den Spöl-Kraftwerken erbauten La Schera-Tunnel. Noch vor kurzem musste für die Fahrt nach Livigno hier auf einen italienischen Kleinbus umgestiegen werden, inzwischen fahren die Kurse mindestens zweistündlich ab Zernez, und das Postauto kann sich auf diesem Abschnitt wieder seinen eigenen Aufgaben widmen. Aufnahme am 2.8.2007.

Nachdem seit Zernez kaum ein Quadratmeter ebene Fläche zu sehen war, weitet sich das Tal oberhalb von Punt La Drossa zu einer langen, grossteils bewaldeten Hochebene auf. Das Gasthaus Il Fuorn, das einzige klassische Gasthaus im Nationalpark, zieht nicht nur viele Reisende selbst an, sondern ist auch Ausgangspunkt für die Wanderung zum Munt La Schera und nach Margun. Am 26.7.2007 ist ein Integro unterwegs von Il Furon talwärts nach Zernez, im Hintergrund Piz Stabelchod und Piz Nair.

Szenenwechsel; Auf der Hochebene bei Buffalora, wo die Strasse den Nationalpark wieder verlässt und eine schöne Langlaufloipe durch die Ebene führt, zeigt sich im Dezember 2009 der Setra 313UL auf der Fahrt Richtung süden. Trotz verschneiter Strasse (für die Terretaz-Chauffeure ist diese im Winter ohnehin tägliche Routine) hatte Chauffeur RENE HOHENEGGER noch Zeit, die traumhafte Winterstimmung einzufangen.

Nach einem kurzen Schlussaufstieg erreichen die Postautos oberhalb von Buffalora Süsom Givé alias Ofenpasshöhe. Da die Taktkurse am Ofenpass nur gute Anschlüsse von und nach Scuol/Zürich anbieten, wurde während einigen Jahren ein Zusatzkurs bis auf die Passhöhe mit Anschluss aus St.Moritz geführt, bevorzugt mit älteren Fahrzeugen wie diesem NAW/Hess BH4-23 aus 1992, aufgenommen an seiner Endstation am 5.8.2005. Die Verstärkun der Frequenzen ins Vinschgau ab 2006 erforderte dann allerdings so viele Fahrzeuge, dass dieser Zusatzkurs aufgehoben wurde.

Nach der Passhöhe bieten sich schon bald erste Ausblicke ins vierhundert Meter tiefer gelegene Münstertal. Am 28.12.2009 hat der Setra 313UL das Tal verlassen und fährt nun auf Höhe der Haltestelle Minschuns berg- und Nordwärts in Richtung Zernez.

Der Abstieg ins Tal wird mit den drei einzigen Spitzkehren auf der Fahrt überwunden; Ein Integro zeigt sich am 27.7.2007 auf der obersten davon. Im Vergleich zu den früheren Fotos des Tages (siehe weiter oben) ist der Himmel nicht mehr ganz so klar - gegen Abend baute sich ein klassisches Sommergewitter zusammen...

Nach der eigentlichen Passfahrt ist es nicht zuende mit schönen Ausblicken - die fünf Münstertaler Dörfer konnten allesamt ihren ursprünglichen Charakter bewahren und wurden sanft erneuert. Am 27.12.2011 ist ein Integro unterwegs durch Fuldera, nach dem langgezogenen Tschierv das erste kompakte Dorf von Norden her.

Über Valchava und Sta. Maria Val Müstair, wo der Regionalspital liegt, geht es talwärts zum Hauptort Müstair. Das Dorf zieht sich über fast einen Kilometer der Hauptstrasse entlang und beherbert die meisten Hotels und Restaurants des Tals. Am 23.7.2007 ist ein Integro bei der obersten Haltestelle unterwegs Richtung Zernez.

Am anderen, unteren Ende des Dorfes liegt das Kloster Sankt Johann, das bereits vor der Aufnahme des Tals als Biosphäre zum Unesco-Welterbe gehörte. Der Schnellkurs, vor allem von Durchreisenden Mals - Zernez benützt, fährt ohne Halt an der passenden Haltestelle vorbei nordwärts. 22.7.2007.

Einen Überblick über das ganze Dorf zeigt diese Aufnahme vom 4.8.2007. Sie zeigt einen NAW/Hess BH4-23, unterwegs von der Dépendance des Betriebs bei der Firma Oswald Müstair zum Ausgangspunkt beim Kloster, wo ein Beiwagen nötig ist. Über mehrere Ersatzbeschaffungen hinweg konnten sich die NAW halten, und noch heute ist ein Fahrzeug als eiserne Reserve in Zernez untergebracht...

Nicht mehr vorhanden ist dagegen leider der O303 von Terretaz. Das 1981 beschaffte Fahrzeug wurde 2006, 25 Jahre alt, definitiv ausrangiert und durch einen Occasions-Setra ersetzt. Noch nach so langer Zeit war der Wagen eigentlich in einem guten Zustand, wurde aber wegen seiner Schwerfälligkeit immer mehr zum Verkehrshindernis. Am 8.10.2005 konnte ich den Wagen nach einer Fahrt von Zernez nach Müstair noch ein letztes Mal fotografieren.

Neu zum Terretaz-Rayon stiess im Dezember 2012 die Linie 90.607 von Zernez über Brail, S-Chanf und Zuoz nach Chamues-ch. Entstanden durch Zusammenschluss der EngadinBus-Linie Zuoz - Brail und der PostAuto-Linie Brail - Zernez (PU Graf, Brail, zuletzt Regie), wird ein Umlauf der Linie vom Zernezer PU gefahren, in der Regel mit einem Citaro K, der eigens dafür beschafft wurde. Am 27.12.2011 entstand diese Aufnahme beim Schulhaus Zernez, das erstmals offiziell an den ÖV angeschlossen ist.

Die grosse Wendeschleife in Brail wird mit der neuen Durchbindung nur mehr selten benötigt. Die meisten Kurse drehen trotzdem eine Ehrenrunde, sehr zur Freude des Fotografen, denn die Wendefahrt ermöglichte am 27.12.2011 diese Aufnahme bei der Endstation Brail.

EngadinBus wie auch Terretaz setzen als Reserve auf der Linie auch 12-Meter-Wagen ein. Doch schon der 10.5 Meter lange Citaro K kommt hier gelegentlich an seine Grenzen, insbesondere auf dem kurzen Umweg über den Weiler Chapella im Susauna-Tal. Aufnahme bei der Haltestelle La Resgia am 27.12.2011.

Last Update: 06.01.2012