Die stark gewachsene Gemeinde Uitikon, auf einem Sattel am Uetliberg gelegen, verfügt seit über 100 Jahren über einen Bahnhof im Ortsteil Waldegg an der Uetlibergbahn. Von dort aus werden die Quartiere der Gemeinde mit einem Ortsbus, Liniennummer 201, an die Bahn angebunden, welcher heute von Montag bis Samstag im Halbstundentakt, am Sonntag stündlich fährt. Seit Dezember 2017 ist die Rolf Stutz AG aus Jonen als PU unterwegs, hier der Reserve-Midibus vom Typ MAN A76 am inzwischen zur reinen Haltestelle reduzierten SZU-Bahnhof Uitikon Waldegg.

Bis zum Dezember 2017 gehörte der Ortsbus Uitikon zur schnell schrumpfenden Gruppe der «nicht-gelben» Postautolinien im Kanton Zürich, welche nicht durch klassische PU, sondern durch Transportpartner geführt wurden. Im Falle von Uitikon war dies Ernst Fröhlich aus Zürich, der bis 2008 mit der Firma Fröhlich Reisen auch für die VBG unterwegs war – im Bild der 2012 ersetzte Midibus vom Typ A66 beim Knoten Waldegg, wo sich die Ortsbuslinie mit den Buslinien ab Zürich ins Knonauer-, Keller- und Freiamt kreuzt.

Ursprünglich wurde die Buslinie als Rundkurs angelegt und im 30-Minuten-Takt geführt, am Samstag (aufgrund des entsprechend angepassten Taktes der Uetlibergbahn) in einem verkürzten Rundkurs alle 20 Minuten. Die Schlaufe ins geographisch von übrigen Uitikon getrennte Ringlikon wurde jeweils am Ende der Linie befahren – der Bus hat gerade an der Haltestelle Langwis die Hauptstrasse ins Reppischtal verlassen und fährt nun vor der Kulisse des mit Einfamilienhäusern überbauten Ringliker Südhangs ins nach wie vor bäuerliche Zentrum des Weilers.

Ebenfalls bäuerlich geprägt ist das Zentrum des eigentlichen Dorfes Uitikon, dessen Strassen und Plätze in den letzten Jahren mustergültig saniert wurden. Das Geld dafür kommt nicht zuletzt auch von den guten Steuerzahlern, die an der aussichtsreichen Lage wohnen – schon dir Römer wussten diese Lage zu schätzen, wie die im Glaspavillon im Hintergrund zu bestaunenden Ausgrabungen eines Gutshöflichen Bades zeigen.

Das Wängi-Quartier gehört mit zu den besonders aussichtsreichen Lagen, welche in den letzten Jahren überbaut wurden und mit verantwortlich dafür sind, dass sich die Gemeinde einen Ortsbus leisten muss. Ursprünglich lag in diesem Quartier auch die Endstation der Linie – im Jahr 2017 ging indes mit der Verlängerung der Linie nach Schlieren ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, sind doch so die Arbeitsplatzgebiete und Einkaufszentren im Limmattal plötzlich mit dem öV einfach erreichbar. Der Wagen 348, ein zu dem Zeitpunkt brandneuer Citaro K, ist unterwegs zurück und passiert die Haltestelle Gläseren – wie schon als Ortsbus wird auch er den Bahnhof nacher mit Umweg über Ringlikon erreichen.

Zwischen Uitikon und Schlieren fährt der Bus über eine relativ steile Strasse durch den Wald des Schlieremerbergs. Dies sorgte gleich zu Beginn für Probleme, startete die Linie doch den Betrieb an einem Tag mit starkem Schneefall… Allfällige räumungsbedingte Unterbrücke sind jedoch von kurzer Dauer, und meist gelangen die Midibusse, hier der einzige Solaris Urbino 8.9LE des Betriebs, ohne Probleme über diesen landschaftlich schönen Streckenabschnitt… Im Hintergrund sind die grossen Industriebauten des Schlieremer Rietbach-Quartiers zu erkennen.

Am Bahnhof Schlieren beginnt und endet die Linie nicht auf dem (derzeit ohnehin durch den Bau der Limmattalbahn nur teilweise nutzbaren) Bahnhofplatz, sondern führt über die Strassenbrücke zur Haltestelle Bahnhof, welche mit Treppen und Lift direkt an den S-Bahn-Perron angebunden ist. Die Haltestelle hat den Vorteil, dass eine direkte Weiterführung möglich ist…

…und so erreicht der Bus nach zwei weiteren Fahrminuten die Endhaltestelle Rütistrasse im Industriequartier. Der Bus ist so, zusammen mit der Haltestelle Kampstrasse im oberen Dorfteil, auch eine Art «Mini-Ortsbus» für die Kleinstadt. Der Citaro K hat bereits über eine Quartierstrasse gewendet und überquert nun die alte Gleisverbindung zum altehrwürdigen und vom Cabaret Rotstift besungenen Gaswerk an der Limmat.